Pavillon und Kraniche · rote Rückwand · Bleiverglasung
Art. Nr. 030-636-000
Eine chinesische Korkschnitzerei in einem sechseckigen Glaskasten mit schwarz gefassten Kanten: vor roter Rückwand steht ein Pavillon zwischen knorrigen Bäumen, dazwischen Kraniche aus hauchdünn geschnittenem Kork.
Korkschnitzerei — auf Chinesisch ruanmuhua, «Weichholzbild» — kommt aus Fujian. Aus der weichen Rinde der Korkeiche werden Bäume, Pavillons und Vögel geschnitten und Schicht um Schicht zu einer Tiefenlandschaft gestapelt. Nichts daran ist gegossen oder gepresst: Jeder Ast, jedes Dach, jeder Kranichhals ist einzeln geschnitten und gesteckt. Solche Arbeiten kamen ab den fünfziger Jahren als Exportkunst nach Europa, meist im runden oder rechteckigen Glaskasten.
Das Sechseck ist die seltenere Form. Sechs Scheiben in schwarz gefassten Kanten, oben und unten geschlossen — man kann von allen Seiten hineinsehen, und die rote Rückwand hebt das Weiss des Korks heraus. Der Kasten ist Teil des Stücks: Ohne ihn zerfällt die Landschaft binnen Wochen, Kork ist so zerbrechlich wie trockenes Laub.
Gut. Die Schnitzerei ist vollständig und sitzt fest, kein Ast gebrochen, kein Kranich verrutscht. Der Kasten ist dicht, die Scheiben klar, die Fassung ohne Wackelstellen. Innen sammelt sich mit den Jahren feiner Staub — den lässt man besser drin, Kork verträgt keine Reinigung.
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